Genua: Trip in die italienische Hafenmetropole

Blick auf den Hafen von Genua, Foto: Sergii Figurnyi, Adobe Stock
Blick auf den Hafen von Genua, Foto: Sergii Figurnyi, Adobe Stock

Die italienische Hafenstadt Genua liegt im Norden des Landes in der Region Ligurien, dessen Hauptstadt sie ist. Mit rund 580.000 Einwohnern stellt Genua die sechstgrößte Stadt Italiens dar und ist aufgrund des großen Mittelmeerhafens ein sehr wichtiger Warenumschlagplatz Italiens. Die Hafen und Industriebetriebe stellen zwar immer noch wichtige Wirtschaftszweige der Stadt dar, in den letzten Jahren gewinnen jedoch auch die Bereiche Dienstleistungen und der Tourismus an Bedeutung. Letzteres begründet sich sicherlich auch dadurch, dass die Stadt in der jüngeren Vergangenheit an Attraktivität gewonnen hat, da sowohl in der Altstadt als auch im Hafenbereich Investitionen getätigt wurden. Die nachfolgenden Abschnitte liefern einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten, die Städtereisende in Genua haben.

Sehenswürdigkeiten in Genua

Wie in vielen italienischen Großstädten gibt es auch in Genua diverse Bauwerke, die Sehenswürdigkeiten darstellen. So lohnt es beispielsweise, sich das im Mittelalter erbaute ehemalige Stadttor Porta Soprana näher zu betrachten. Schließlich strahlen schon die beiden Türme des Tores einen unverkennbaren mittelalterlichen Charme aus. Ganz in der Nähe dieses Stadttors befindet sich mit dem Geburtshaus von Christoph Kolumbus im Übrigen ein weiteres sehenswertes Gebäude. Das schöne Haus, in dem der bekannteste Sohn Genuas aufwuchs, ist jedoch nicht das einzige Bauwerk dieser Art, denn auch das Geburtshaus des Freiheitskämpfers Guiseppe Mazzini können Städtereisende sich in Genua betrachten. Weiterhin gibt es in der Hafenmetropole noch einige Bauwerke, die schon aufgrund ihrer Höhe beeindrucken. So befindet sich mit dem Wolkenkratzer Grattacielo Piacentini das höchste Gebäude ganz Italiens in der Stadt. Mit 76 Metern nicht ganz so hoch, aber schon optisch beeindruckend ist der Leuchtturm Lanterna, das Wahrzeichen Genuas. Von der Aussichtsebene des Leuchtturms aus ist im Übrigen eine faszinierende Aussicht auf den Hafen und das Mittelmeer möglich.

Porta Soprana, Foto: Henryk Sadura, Adobe Stock

Wer sich als Städteurlauber auch gerne die Residenzen der Oberschicht bzw. von Adelsfamilien betrachtet, sollte sich in Genua auf jeden Fall einmal den Palast Palazzo Reale betrachten. In diesem prächtigen Gebäude residierten einst die Adelsdynastien Balbi und Durazzo, während es heute als Kunstmuseum genutzt wird. Ebenso sehenswert ist der Palazzo San Giorgio, der bereits Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Dort wohnte der bekannte Admiral und Politiker Guglielmo Boccanegra bis er nach relativ kurzer Zeit ins Exil nach Frankreich flüchtete. Später wurde das Bauwerk als Gefängnis genutzt, bis es im 15. Jahrhundert Sitz einer Bank wurde. Neben diesen Palastbauten gibt es in Genua noch weitere wie beispielsweise die Paläste Palazzo Bianco, Palazzo Ducale oder Palazzo Rosso. 

Auch Städtetouristen, die sich gerne prachtvolle alte Sakralbauten betrachten, kommen in Genua auf ihre Kosten. Diese Touristen sollten sich vor allem die schöne Kathedrale Cattedrale di San Lorenzo betrachten. Dieses Gotteshaus wurde zwar erst Anfang des 12. Jahrhunderts als Kathedrale geweiht, die Ursprünge des Kirchbaus gehen jedoch noch deutlich weiter in die Vergangenheit zurück. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die schöne Kathedrale mehrfach erweitert bzw. umgebaut, bis sie Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Bau einer prachtvollen Kuppel ihr derzeitiges Erscheinungsbild erhielt. Neben einer Besichtigung der Kathedrale lohnt es für Touristen jedoch auch, einmal die Kirchen Santa Maria delle Grazie la Nuova und Chiesa del Gesù aufzusuchen.

Cattedrale di San Lorenzo, Foto: parntawan1987, Adobe Stock

Nicht nur Bauwerke können Städtereisende faszinieren, sondern einige lieben es im Rahmen von Sightseeingtouren auch, gelegentlich einmal Naturareale wie Parks zu besuchen. In Genua können sich Touristen zum Beispiel mit großen Park Parco Urbano delle Mura etwas Entspannung inmitten reizvoller Parkanlagen gönnen. Zudem gibt es dort mit Teilen der ehemaligen Stadtbefestigung Genuas auch noch historisch bedeutendes Gemäuer zu bestaunen. Natur genießen können Städtetouristen in Genua jedoch auch auf ganz andere Art. Schließlich befindet sich im alten Hafenviertel das Acquario di Genova, eines der bedeutendsten Aquarien in ganz Europa.

Interessante Museen

Genua ist zwar nicht als Stadt mit bedeutenden Museen bekannt, dennoch finden die Museumsgänger unter den Städtereisenden durchaus interessante Ausstellungen. Auf einem Nachbau eines spanischen Kriegsschiffes befindet sich zum Beispiel das Museums des Films „Piraten“. Der Schiffsnachbau wurde in den 80er Jahren im Rahmen der Dreharbeiten für Polanskis Filmklassiker benötigt und anschließend zum Museum umgestaltet. Die Ausstellung thematisiert naturgemäß den Film selbst. Neben diesem Museum der besonderen Art gibt es in Genua allerdings auch andere wie Kunstmuseen. Diesbezüglich sei beispielhaft das Haus Villa Croce genannt, in dem zeitgenössische Kunstwerke ausgestellt werden. Wer andere Themen bevorzugt, kann unter anderem auch ein Naturkundemuseum oder eines, das sich mit Ligurischer Archäologie befasst, aufsuchen.

Palazzo Ducale, Foto: Aliaksandr, Adobe Stock

Besondere Areale in Genua

Wer die italienische Metropole Genua besucht, sollte einigen Stadtarealen besondere Aufmerksamkeit schenken. Dies gilt auch für die Altstadt Genuas. Dieser Stadtteil genoss zwar längere Zeit keinen sonderlich guten Ruf, da die Altstadt in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zu verkommen drohte, ist gegenwärtig jedoch einen ausgiebigen Besuch wert. Der Wandel beruht auf Umgestaltungsarbeiten, die vom bekannten Architekten Renzo Piano in den 90er Jahren geleitet wurden. Diesen Umgestaltungsarbeiten ist zu verdanken, dass Bummeln in Genuas Altstadt wieder ein Vergnügen ist. Ein besonderes Augenmerk sollen Touristen hierbei auf die Prachtstraßen: Via Garibaldi, Via Balbi und Via Cairoli legen, da es dort sehr viele sehenswerte Häuser gibt. Deshalb wurden diese Straßen, die zusammengefasst auch als Le Strade Nuove (die neuen Straßen) bezeichnet werden, zum Welterbe erklärt.

Piazza de Ferrari, Foto: bbsferrari, Adobe Stock

Wer eine Hafenmetropole am Mittelmeer besucht, sollte sich zudem natürlich auch den Hafen betrachten. Auch dieser wurde zu großen Teilen in den 90er Jahren umgestaltet und stellt heute ein reizvolles Ziel dar. Wer dort entlang bummelt, kann nicht nur das bunte Treiben im Hafen betrachten, sondern findet auch zahlreiche Geschäfte und Gastronomiebetriebe vor. Weiterhin ist auch ein Besuch der innerstädtischen oder stadtnahen Mittelmeerstrände zu empfehlen. Die Qualität der Genueser Strände ist im Vergleich zu anderen Mittelmeerstränden zwar weniger gut, dennoch kann ein erfrischendes Bad vor allem an heißen Tagen eine schöne Abwechslung zu Sightseeingtouren sein.

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