Europa

Griechenland

Den Süden der Balkanhalbinsel umfasst Griechenland. Im Norden grenzt Griechenland an Albanien, Mazedonien, Bulgarien und die Türkei. Im Süden öffnet sich Griechenland zum Ägäischen Meer. Aus weit verstreuten Inseln besteht rund ein Fünftel der Staatsfläche Griechenlands. Die Ionischen Inseln sind die westliche Küste, deren bekannteste Ithaka und Korfu sind. Zum Staatsgebiet Griechenlands gehören die Inseln in der Ägäis, zu denen Euböä, die Nördliche Sporaden, Lesbos, Chios, Samos, die Kykladen, der Dodekanes, Rhodos, Kythera und Kreta. Das in der südlichen Ägäis gelegene Kreta ist die größte Insel Griechenlands. Aus der Halbinsel Peloponnes besteht der südliche Teil des Festlandes. Zum größten Teil ist das griechische Festland von bewaldeten Gebirgen bedeckt. An den Küsten finden sich einzelne Flussniederungen. Mit den Inseln verfügt Griechenland über insgesamt rund 14.000 km Küsten, die zum Teil stark gegliedert sind. Griechenland besitzt trotz vieler, oft tief in das Land reichenden Buchten über wenig natürliche Häfen.

Klima

Das zentraleuropäische Klima herrscht im Inneren der Gebirge. Mittelmeerklima herrscht in den sonstigen Landesteilen. An der Küste sind die Sommer trocken und heiß, die Winter mild und regnerisch. Strenge Winter und relativ milde Sommer findet man in den Bergen im Norden von Griechenland. Die Temperaturen erreichen im Süden Griechenlands oft sehr hohe Werte (bis zu 45 Grad).

Bevölkerung

Die Bevölkerung Griechenlands besteht zu 95 % aus Griechen. Mazedonier, Türken, Bulgaren und Roma bilden weitere Minderheiten. Der griechisch-orthodoxen Kirche gehören etwa 98 % der griechischen Bevölkerung an. 2 % der Menschen sind Muslime. 58 % der Griechen leben in Städten, mit mehr als 10.000 Einwohnern. Fast ein Drittel der Bevölkerung wohnt im Ballungsraum von Athen und Piräus. Zunehmend durch Abwanderung wird der ländliche Raum geprägt. Durch weitere wirtschaftspolitische Maßnahmen sollen der Gesundheits- und er Sozialbereich gefördert werden. Im Gesundheitssystem haben alle Staatsbürger einen staatlichen Versicherungsschutz.

Geschichte und Politik

In Griechenland dominierte seit 1900 v. Christus die mykenische Kultur, die zu Beginn der klassischen Epoche der Stadtstaaten etwa um das Jahr 800 v. Christus ihren Niedergang fand.

Der geistige und kulturelle Mittelpunkt des Abendlandes bildete Hellas, das antike Griechenland. Die beiden Städte Sparta und Athen erwiesen sich als führend und waren immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft im Land verwickelt waren. Ein Weltreich, das vom Hellenismus geprägt war, gründete Alexander der Große, das bis nach Indien reichte. Jedoch viel das Reich nach dem Tod Alexander des Großen im Jahre 323 v. Christus sehr schnell auseinander.

Eine römische Provinz war Griechenland von 148 v. Christus bis 396 n. Christus, danach fiel es an Byzanz. Die Osmanen eroberten 1356 Griechenland. Nach einem mehrjährigen Befreiungskrieg konnte in Griechenland im Jahr 1832 ein souveränes Königreich entstehen. 1924 ging eine Republik daraus hervor. Griechenland vergrößerte sein Territorium in den Balkankriegen in den Jahren 1912/1913. Griechenland versuchte nach dem Ersten Weltkrieg sogar Teile der Türkei zu annektieren. Unermessliches Leid brachte die Besetzung Griechenlands durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Die Monarchie konstitutioneller Prägung wurde im Jahr 1946 wieder eingeführt. Als sehr instabil erwies sich die parlamentarische Demokratie. 1973 wurde die Monarchie, als Folge des Militärputsches von 1967 endgültig abgeschafft. Das Ende der Militärdiktatur bedeuteten die Auseinandersetzungen mit dem Nachbarland Türkei über den Status der Insel Zypern (darum wird heute noch gestritten): Eine demokratische Republik entstand 1974. Ein Einkammerparlament sieht die Verfassung von 1975 vor. Die Vertreter des Parlaments werden alle vier Jahre gewählt. Die Vertreter bestimmen wiederum alle fünf Jahre ein neues Staatsoberhaupt Griechenlands.

Wirtschaft und Tourismus

Das Bruttoinlandsprodukt beträgt ca. 230 Milliarden US-Dollar. Davon entfallen 7 % auf die Landwirtschaft, 22 % auf die Industrie und 71 % auf den Dienstleistungssektor. Griechenland ist ursprünglich landwirtschaftlich geprägt, wandelt sich aber zu einer Handels- und Dienstleistungsgesellschaft. Typische Agrarprodukte (Zitrusfrüchte, Oliven, Wein, Korinthen, Baumwolle und Tabak) des Mittelmeerraumes machen etwa ein Drittel des Exports aus. Eisenerze, Bauxit, Mangan, Marmor und Erdöl bilden die Bodenschätze von Griechenland. Das Bild des Industriesektors wird nach wie vor durch Kleinbetriebe der Textil-, der Nahrungsmittel- und er Tabakbranche bestimmt. Nur etwa 2 % der Unternehmen haben 30 und mehr Mitarbeiter. Industrielle Vorprodukte, Nahrungsmittel, Schuhe, Bekleidung und Lederwaren sind die Hauptexportgüter. Der Dienstleistungssektor kommt in Griechenland eine besondere Bedeutung zu, da er vor allem vom Fremdenverkehr und dem Seeverkehr resultiert. Einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren von Griechenland ist die Seeschifffahrt. Die Zahl der Schiffe und Tonnagen nehmen allerdings ab. Weiter verfügt Griechenland über die viertgrößte Handelsflotte der Welt. Neben den europäischen Staaten sind die USA die Haupthandelspartner.

Alljährlich werden mehr als 7 Millionen Touristen von Griechenland mit seiner alten Kultur und dem mediterranen Klima angezogen. Die beliebtesten Urlaubsinseln unter den zahlreichen Urlaubsinseln sind die Thrakischen und die Ionischen Inseln, die Kykladen, die Dodekanesinseln und Kreta. Athen, Akropolis, Theben, Delphi, Korinth und Olympia sind die berühmtesten Stätten der antiken Hellas. Am Parnass und am Olymp gibt es Wintersportgebiete.

Verkehr in Griechenland

Modernisiert und ausgebaut soll in Griechenland das Schienennetz werden, das nur zu zwei Drittel die internationale Spurweite besitzt und kaum elektrifiziert ist. Dagegen ist das Straßennetz relativ gut ausgebaut. Es gibt insgesamt 36 Flughäfen, von denen neun von internationalen Fluggesellschaften angeflogen werden. Zwischen den zahlreichen Inseln und dem Festland gibt es ein dichtes Netz von Flugverbindungen. Piräus, Patras, Volos und Saloniki sind die wichtigsten See- und Fährhäfen.

Alle Angaben ohne Gewähr

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