Europa

Italien

Die Alpen bilden die nördliche Grenze des überwiegend gebirgigen Landes Italien. Im Süden schließt sich die weitläufige Po-Ebene an, die Apenninen folgen. Die Hügellandschaft der Toskana und die Beckenlandschaft Umbriens werden im Norden von den Apenninen umschlossen. Deutliche Spuren von Vulkanismus (Vesuv, Ätna, Stromboli) findet man am Tyrrhenischen Meer mit ihren zahlreichen Buchten. Eher flach hingegen ist die Adriaküste. Zu den größeren Inseln Italiens zählen Sardinien und Sizilien im südlichen Mittelmeer.

Klima in Italien

Das Klima ist in Italien vorwiegend mediterran. Eine Ausnahme bildet die Alpenregion. Bekannt ist Italien für die trockenen, heißen Sommer und die milden, regnerischen Winter, obwohl im Süden auch gelegentlich Schneefälle möglich sind. 4-8 Grad im Januar und 25-28 Grad im Juli sind die durchschnittlichen Temperaturen.

Bevölkerung in Italien

Italienisch als Muttersprache haben 95 %. Der Anteil der Minderheiten an der Bevölkerung Italiens liegt bei 5 %. Deutsch wird in Südtirol und in Trentino gesprochen, Französisch im Aosta-Tal. Weiter werden Friaulisch und weitere lokale Dialekte gesprochen, die aus der bewegten Geschichte Italiens hervortraten. Dem katholischen Glauben gehören weit mehr als 90 % der Bevölkerung an.

Geschichte und Politik in Italien

Das Römische Reich war vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis etwa zum 4. Jahrhundert n. Chr. die beherrschende Macht in Europa. Das Zentrum des Papsttums war Italien nach dem Niedergang des Imperium Romanum ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. Der Einfluss des Papsttums auf die Politik und die ständigen Konflikte mit der weltlichen Macht bestimmten die Geschichte des europäischen Mittelalters entscheidend.

Italien wurde von allen europäischen Großmächten umkämpft und war abwechselnd in spanischer, österreichischer und französischer Herrschaft. Der Freiheitsheld Guiseppe Garibaldi spielte in diesen Auseinandersetzungen eine große Rolle. 1861 bestieg erstmals der italienische König Viktor Emanuel II. den Thron.

Die Faschisten übernahmen nach dem Ersten Weltkrieg 1922 die Macht in Italien, da es sehr viele innerpolitische Krisen gab. Die Republik Italiens wurde nach dem Sturz Mussolinis 1943 und der Abdankung des Königs 1946 ausgerufen. Aus dem Abgeordnetenhaus, dessen Mitglieder alle fünf Jahre zur Wahl stehen und dem Senat, der aus etwa 315 Mitglieder besteht und alle 10 Jahre neu gewählt wird, besteht das Zweikammerparlament. Politische Entscheidungen werden von den Kammern gemeinsam getroffen, da sie gleichberechtigt sind. Weit reichende Machtbefugnisse hat der Präsident der Italienischen Republik, der alle sieben Jahre gewählt wird.

Zu einer weitgehenden Umgestaltung der Parteienlandschaft führte die Aufdeckung zahlreicher Korruptionsaffären in der Mitte der 1990er-Jahre.

Wirtschaft und Tourismus in Italien

Das Bruttoinlandsprodukt beträgt ca. 1,8 Billionen US-Dollar. Italien erreichte damit den 7. Rang weltweit. Das große Gefälle zwischen dem industrialisierten Norden und dem vorwiegend noch ländlich geprägten Süden, ist kennzeichnend für die Wirtschaft in Italien. Im Süden findet man auch eine hohe Arbeitslosigkeit. Die Landwirtschaft trägt 3 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Allerdings findet man zwischen dem Norden und Süden große Unterschiede. Der Norden ist hoch technisiert, der Süden eher kleinbäuerlich organisiert. Angebaut werden vor allem Früchte, Gemüse, Wein und Getreide. Italien stellt den größten Reisproduzenten Europas dar. Aus den Ländern Nord- und Südamerika wird dagegen Hartweizen importiert, damit der hohe Bedarf an Teigwaren gedeckt werden kann.

Insgesamt trägt die Industrie 29 % zum Bruttoinlandsprodukt Italiens bei. Der Metall verarbeitende Sektor ist der Schwerpunkt der italienischen Wirtschaft. Kraftfahrzeuge, Maschinen, Chemieprodukte, Textilien und Bekleidung gehören zu den Hauptausfuhrgütern. Der Dienstleistungssektor trägt 68 % zum Bruttoinlandsprodukt bei – der Fremdenverkehr hat daran den größten Anteil. Der Standard an touristischen Einrichtungen und Serviceleistungen Italiens sind sehr hoch. Italien gehört weiter zu den Gründungsmitgliedern der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion.

Nicht nur wegen seiner berühmten Küche und dem angenehmen Klima gehört Italien zu den beliebtesten Reiseländern Europas. Zahlreiche Möglichkeiten für Bergsteiger und Wintersportler bieten die Gebiete in den östlichen Alpen, etwa Südtirol oder die Dolomiten, die Regionen um den Westalpenbogen sowie viele Gebiete in den Apenninen. Weiter finden hier Naturfreunde unberührte Wanderwege und schöne Naturparks. Meran und Cortina d‘Ampezzo sind die bekanntesten Zentren. An den westlichen Mittelmeerküsten, auf den Inseln und an der Adria lassen sich wunderschöne Bade- und Strandurlaube verbringen. An der Adria und den Ort Rimini liegen die Fremdenverkehrszentren. Die Inseln Elba, Ischia, Capri und Sardinien sind darüber hinaus berühmte Urlaubsregionen.

In Rom findet man einer der schönsten Sehenswürdigkeiten von Italien. Neben den beeindruckenden Bauten aus vorchristlicher Zeit wie dem Forum Romanum oder dem Kolosseum mit seinen unzähligen Kirchen, findet man auch architektonische Meisterwerke der Renaissance und des Barock.  Als Schatzkammern für Kunstliebhaber gelten weiter Florenz, Siena und Pisa. Die Lagunenstadt Venedig ist ein Synonym für Romantik.

Verkehr in Italien

Über 317.000 km erstreckt sich das Straßennetz Italiens. Fernstraßen sind in der Regel gebührenpflichtig. Mehr als zwei Drittel der Waren werden auf der Straße transportiert, obwohl das Schienennetz über eine Länge von 20.000 km ausgebaut ist. Auf einer Strecke von 2.400 km wird die Binnenschifffahrt betrieben. Genua, Venedig, Neapel und Livorno sind die größten Häfen des Landes. Das Land verfügt über 96 Flughäfen, wovon 8 internationale Airports sind.

Alle Angaben ohne Gewähr

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