Amerika

Mexiko

Von der Meseta Central, einem Hochlandblock der im Süden Höhen von 1.300 m aufweist, werden der Norden und die Mitte Mexikos eingenommen. Der Hochlandsockel wird durch große Talbecken, Bergketten und Erdeinbrüche gekennzeichnet und ist in Richtung der Küste von mächtigen, zerklüfteten, etwa 1.200 km langen Randgebirgen umschlossen. Das Sistema Volcánica Transversal, welches aus einem Vulkangürtel mit den höchsten Berge Mexikos besteht, findet man im Süden. Zu den höchsten Bergen zählen der Citlate‘petl, der Popocatépetl und der Iztaccíhuatl.

Das Hochland wird durch die Gebirgsbrücke der Sierra Mixteca mit der Sierra Madre del Sur, einem Labyrinth aus schmalen Bergkämmen und tiefen Tälern, verbunden. Die Landenge von Tehuantepec ist die schmalste Stelle von Mexiko. Von langen Stränden, Sümpfen, Sandbänken und Lagunen ist die Golfküste geprägt. Der Río Grande del Norte, der die Nordgrenze bildet, der Río Lerma, der im Hochtal von Toluca entspringt, den größten Binnensee, den Lago de Chapala, durchfließt und als Río Grande de Santiago in den Pazifik mündet sind die wichtigsten Flüsse von Mexiko. Sukkulenten und Feigenkakteen wachsen in den Wüsten im Nordosten und in Niederkalifornien. Dornensträucher und Agaven findet man in den Steppen des südlichen Hochlandes. Mangroven, Bambusgewächse, Farne sowie Orchideen findet man im immergrünen Tropenwald des südwestlichen Küstenstreifens am Golf von Mexiko.

Im Süden der Halbinsel Yucatáns, in Chiapas, Tabasco und Veracruz wachsen Mahagoni, Palmen, Chicle-Bäume, Blauholz, Epiphyten und Kapokbäume. Weiter gibt es dort Raubtiere wie zum Beispiel Wölfe, Kojoten, Schwarzbären und Luchse, ferner Rot- und Schwarzwild sowie Nagetiere und verschiedene Reptilien wie etwa Alligatoren, Klapperschlangen und Leguane.

Klima in Mexiko

Mexiko weist aufgrund der enormen Nordsüdausdehnung und der zahlreichen Gebirge eine Vielzahl unterschiedlicher Klimazonen auf. Im Norden findet man subtropische Landesteile, die durch trockene, heiße Sommer und gemäßigte Winter gekennzeichnet sind. Ganzjährig feuchtheiß ist der tropische Süden. In die Tierra caliente mit einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von über 25 Grad, in die Tierra templada mit 18-25 Grad, in die Tierra fría mit 12-18 Grad, die bis zu einer Vegetationsgrenze bei 4.000-4.700 m Höhe liegt, sowie in die Zone des ewigen Schnees, die Tierra helada wird Zentralmexiko klimatisch unterteilt. Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge beträgt im Süden des zentralen Hochlandes von Mexiko etwa 600 mm, im Norden dagegen werden nur etwa 250 mm erreicht. Auf der Halbinsel Niederkalifornien fallen ähnlich wenige Niederschläge, während es auf der Pazifikseite – meist zwischen Juni und September – durchschnittlich 1.000 mm Niederschläge gibt. Am Golf von Mexiko, im Bereich der Passatwinde, verteilen sich die Niederschläge gleichmäßig über das ganze Jahr. In diesem Gebiet findet man auch Hurrikans. Im Tiefland von Tabasco fällt mit 4.000 mm der meiste Niederschlag.

Bevölkerung in Mexiko

Die Bevölkerung von Mexiko besteht aus 60 % Mestizen, aus 14 % Indianern und aus 9 % Weißen. Weites halten sich ungefähr 150000 Ausländer in Mexiko auf. In den Städten des Landes wohnen 76 % der Bevölkerung. Bei 75 Jahren liegt die durchschnittliche Lebenserwartung der Einwohner. 10 % beträgt die Analphabetenquote, 2,7 % die Säuglingssterblichkeitsrate, 3,2 % die Kindersterblichkeitsrate und 1,5 % beträgt das Bevölkerungswachstum. Dem katholischen Glauben gehören 89,7 % der Bevölkerung an, 4,9 % sind Protestanten, der Rest verteilt sich auf Juden, Bahai und traditionellen Religionen. Die Schulpflicht besteht in Mexiko für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Bei rund 100 % liegt die Einschulungsquote. Die staatlichen Grundschulen sind kostenfrei zu besuchen.

Geschichte und Politik in Mexiko

Die ersten festen Siedlungen entstanden in Mexiko 3000 v. Christus. Um 1100 v. Christus entwickelten die Olmeken die erste Hochkultur mit dem Zentrum La Venta. Einen relativen Wohlstand erreichte die damalige Bevölkerung von Mexiko durch Handel und eine fortschrittliche Manufaktur. Die Hochkultur der Maya entwickelte sich auf der Halbinsel Yucatán ab 1200 v. Christus. Die Zeichenschrift sowie ein ausgefeiltes Kalendersystem entstanden zwischen 400 v. Christus bis 300 nach Christus. Die Gründe für den Untergang der Maya liegen noch immer im Dunkeln.

Ein von Spanien eingesetzter Vizekönig regiert seit 1535 über Mexiko. Durch spanische Soldaten, die gewaltsame Missionierung sowie durch von den europäischen Eroberern eingeschleppte Krankheiten kamen bis 1570 12 Millionen Indianer ums Leben. 300 Jahre dauerte die Kolonialzeit an. Den Befreiungskrieg unter der Führung der Priester Miguel Hidalgo und José Maria Morelos wurde durch die Freiheitsideen der Französischen Revolution und des nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieg sowie die wirtschaftliche Ausbeutung durch die spanische Krone im Jahre 1810 ausgelöst.

1920 endete der Bürgerkrieg in Mexiko und die sozialistischen Maxime der Verfassung von 1917 politisch umgesetzt. Die Großgrundbesitzer wurden enteignet und die Bodenschätze kamen unter staatliche Kontrolle. Die Erdölindustrie und die Eisenbahn wurden 1938 unter Präsident Lázaro Cárdenas ebenfalls verstaatlicht. Schwere innenpolitische Probleme stellen Korruption, Vetternwirtschaft, politisch motivierte Morde, eine mächtige Drogenmafia und die bewaffnete Auseinandersetzung mit der Zapatistischen Nationalen Befreiungsarmee dar.

Der Präsident von Mexiko ist Oberbefehlshaber der Armee und Regierungschef. Alle sechs Jahre wird er direkt vom Volk gewählt. Ab dem 18. Lebensjahr erhalten die Bürger des Landes ihre Wahlberechtigung. Aus dem Abgeordnetenhaus und dem Senat besteht das Zweikammersystem.

Wirtschaft und Tourismus in Mexiko

Das Bruttoinlandsprodukt von Mexiko beträgt ca. 714 Milliarden US-Dollar, wovon 6 % auf die Landwirtschaft, 26 % auf die Industrie und 68 % auf den Dienstleistungssektor entfallen. Bei 4 % liegt die Arbeitslosenquote, die Inflationsrate beträgt 3,3 %. Unter den Exportnationen belegt Mexiko den 8. Rang. In der Landwirtschaft ist etwa ein Viertel der Erwerbstätigen beschäftigt. Vor allem Mais, Zuckerrohr, Gemüse, Kaffee, Baumwolle und Getreide werden angebaut. Viehzucht, Fischerei und Holzwirtschaft werden außerdem betrieben. 22 % der Erwerbstätigen sind in der Industrie beschäftigt. Autos, Textilien, Elektro- und Chemieartikel werden hauptsächlich hergestellt. Erdöl, Erdgas, Zink, Salz, Kupfer, Uran, Mangan, Gold und Silber sind wirtschaftlich von großer Bedeutung. 11,6 Milliarden US-Dollar werden im Tourismussektor von Mexiko erwirtschaftet. Produkte der verarbeitenden Industrie, die sich zu 21 % aus elektrischen Geräten, zu 18 % aus Kraftfahrzeugen und -bauteilen, zu 12 % aus Maschinen, zu 10 % aus Erdöl und zu 4 % aus chemischen Produkten zusammensetzten, werden ins Ausland exportiert. Zu 51 % werden Maschinen und Transportmittel, zu 16 % Chemikalien und Kunststoffen, zu 8 % aus Eisen und Stahl und zu 4 % Papier und Druckerzeugnisse bestehen die Importe von Mexiko. Beim Export und beim Import ist der wichtigste Handelspartner die USA:

Rund 20 Millionen Touristen besuchen jedes Jahr das Land. Mexiko-Stadt, die Strände von Acapulco und Puerto Vallarta sowie die Stätten der präkolumbischen Hochkulturen zählen zu den beliebtesten Reisezielen des Landes. Von November bis März ist die beste Reisezeit für einen Besuch in Mexiko.

Verkehr in Mexiko

Weite Teile des gebirgigen Mexikos sind schwer zugänglich. Daher spielt der Flugverkehr eine wichtige Rolle. Es gibt in Mexiko 33 nationale und 55 internationale Flughäfen, wobei sich der größte in Mexiko-Stadt, der Hauptstadt des Landes, befindet. Über 249.520 km erstreckt sich das Straßennetz, wovon 5.920 km auf Autobahnen und 45.600 km auf Bundesstraßen entfallen. Rund 37 % der Straßen sind asphaltiert. Die Eisenbahn ist ebenfalls ein wichtiges Transportmittel von Mexiko. Das Schienennetz hat eine Länge von 21.000 km. Es werden 98 % des Personen- und 80 % des Güterverkehrs darüber abgewickelt. 85 % der Exportgüter werden in 49 Häfen an Pazifik- und Karibikküsten umgeschlagen.

Alle Angaben ohne Gewähr

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