Willkommen auf der Insel Cabrera

Blick auf Cabrera, Foto: © Photoart-Sicking / Fotolia.com

Klein, aber fein – das ist genau die richtige Bezeichnung für die Baleareninsel Cabrera, die den meisten wohl nicht einmal namentlich bekannt ist. Cabrera ist eine echte Perle im Mittelmeer, gerade mal 18 km² groß und nur 13 Kilometer von der beliebtesten Baleareninsel Mallorca entfernt.

Sie ist fast unbewohnt und wurde mittlerweile zum Nationalpark und Vogelschutzgebiet erklärt. Auf der Insel finden sich trotz der Vegetationsarmut 450 Pflanzen- und 150 Vogelarten. Vorrangig wächst hier die für das Mittelmeer typische Macchia.

Klar, dass es hier ganz im Gegensatz zu Mallorca und Ibiza auch keine großen Hotelanlagen und Touristenorte gibt – wozu auch. Die wenigen Urlaubsgäste, die sich hierher verirren, wollen die Natur genießen und ihre Ruhe haben, ansonsten würden sie ihren Urlaub nämlich auf einer der anderen Baleareninseln verbringen. Vogelgezwitscher und das Rauschen der Wellen – das ist das einzige, was hier zu hören ist. Einer der Orte, an dem die Zeit scheinbar stehengeblieben ist.

So einfach ist es aber gar nicht, dort Urlaub zu machen: die Insel, die gerade mal 20 Einwohner hat, lässt täglich maximal 50 Boote und 200 Besucher (im August 300) zu. Dennoch gibt es immerhin seit 2014 nun auch ein Hotel mit 12 Doppelzimmern, welches aber häufig belegt ist. Vorher anfragen lohnt sich also unbedingt. In der Hochsaison ist nur ein Aufenthalt von einer einzigen Nacht erlaubt, im Winter dürfen Urlauber sogar bis zu sieben Tage lang hier verweilen. Wem das dann doch wieder etwas zu lang ist, der kann von Mallorca aus ganz einfach einen Tagesausflug auf die traumhafte kleine Insel unternehmen und sich so eine kleine Auszeit abseits des Urlaubstrubels nehmen. Ganz wichtig: Besucher werden nur dann geduldet, wenn sie weder Krach machen noch Müll hinterlassen. Schließlich soll Cabrera so bleiben wie es ist: ruhig und beschaulich.

Sehenswürdigkeiten auf Cabrera

Auch wenn die Größe der Insel dann doch eher überschaubar ist: einen Tag kann man wirklich locker verbringen, ohne dass Gefahr für Langeweile besteht. Obwohl Langeweile ja auch mal etwas Angenehmes sein kann. Einfach die Stille genießen und die Seele baumeln lassen – genau das macht einen Urlaub auf Cabrera aus.

Die Burg auf Cabrera, Foto: © luisrsphoto / Fotolia.com

Wer die Insel erkunden will: Sehenswert ist insbesondere die Burganlage Castillo de Cabrera aus dem 14. Jahrhundert, die auf einem hohen Felsen thront. Es lohnt sich unbedingt, den Weg zur Burg zu Fuß zurückzulegen, weil der Blick von dort aus einfach herrlich ist. Man sieht von hier oben die Bucht, die Eilande und den kleinen Hafen von Cabrera.

Ebenfalls einen Besuch wert ist das Nationalmuseum auf der Insel. Es befindet sich unmittelbar neben den Ruinen des Kastells und informiert die Besucher über die Geschichte der Insel. Auch das Ökosystem des Archipels wird hier verständlich erläutert.

Ausflugstipps

Auf Cabrera einen Ausflug unternehmen? Ja, das geht tatsächlich. Wenn auch die Möglichkeiten etwas begrenzt sind. Aber da wäre zum Beispiel die 160 m lange und 50 m breite Cueva Azul, eine absolut einzigartige Meerwasserhöhle, die mit dem Boot angefahren werden kann. Von diesen Höhlen gibt es übrigens noch einige weitere, deren Besichtigung sich lohnt. Cabrera ist allgemein reich an Buchten, Kaps und Höhlen. Die Küstenlinie misst etwas mehr als 50 Kilometer.

Eine der Meerwasserhöhlen auf Cabrera, Foto: © Castenoid / Fotolia.com

Außerdem kann man auf Cabrera vor allem eins: wunderbar wandern. Vom Hafen aus führt ein Weg an verschiedene idyllische Strände, die die Insel so zu bieten hat. Insgesamt gibt es aber nur wenige offizielle Wanderwege: der Weg vom Hafen zur Burganlage und zum Museum, der Weg zu den Stränden; außerdem führt eine zweieinhalbstündige Wanderung zur Südspitze der Insel, auf der der Leuchtturm Faro de n’Ensiola zu bewundern ist.

Wer gerne taucht, kann hier auf Cabrera auch einen Tauchausflug unternehmen. Die Unterwasserwelt ist geradezu traumhaft. Deswegen sind im Hafen noch nicht mal Anker zugelassen: die Boote müssen stattdessen mit Landungsbojen befestigt werden. Mehr als 200 verschiedene Fischarten haben hier ihre Heimat. Mit etwas Glück lassen sich sogar Delfine und Seeschildkröten beobachten. Die Sichtweite beträgt hier unter Wasser bis zu 50 Meter! Ein echtes Unterwasserparadies also, was Cabrera seinen Besuchern zu bieten hat.

Wer keinen Tauchschein besitzt, bekommt alternativ auch beim Schnorcheln einiges zu sehen. Die Meeresflora ist hier noch intakt und deswegen trifft man immer mal wieder auf riesige Fischschwärme – ein einmaliges Erlebnis. Mit den Rangern kann man gegen 17 Uhr eine Exkursion auf der Insel starten, die ca. drei Stunden lang dauert und bei der man viel über die Flora und Fauna erfährt.

Strände auf Cabrera

Da auf Cabrera sonst nicht allzu viel los ist, ist vor allem das Schnorcheln und Baden interessant. Das kristallklare Wasser lädt überall zum erfrischenden Bad ein.

Das Meer lädt zum Baden ein, Foto: © Lantzsch Fotografie / Fotolia.com

Bedeutende Strände gibt es genau zwei, die beide über den Weg vom Hafen erreicht werden können: Sa Platgeta und S’Espalmador. Bei einem Strand handelt es sich um einen Sandstrand, der andere hat kleine Steine. Einladend und meistens einsam sind sie jedoch alle beide.

Nachtleben

Ganz ehrlich: Wegen des Nachtlebens kommt sicher niemand auf Cabrera. Ein solches findet auf der malerischen Insel nicht statt. Es gibt ein Restaurant, welches Besuchern und Übernachtungsgästen gleichermaßen zur Verfügung steht – die Cantina, die sich direkt am Hafen befindet.

Wie man nach Cabrera kommt? Ganz einfach: Vom Hafen in Colonia de Sant Jordi fahren bis Oktober täglich Ausflugsboote in 30 Minuten an die Mole der Insel. Alternativ kann man auch in 75 Minuten von Porto Petro an übersetzen. Die meisten Tagesausflüge sehen einen Aufenthalt von 3 bis 4 Stunden auf der Insel vor.

Das Besucherzentrum befindet sich übrigens nicht auf der Insel, sondern in Sant Jordi, wo die Schiffe von Mallorca aus starten. Hier erfährt man viel Wissenswertes über das noch intakte Ökosystem der Insel. Streng genommen ist also die Insel Cabrera vielmehr ein Nationalpark als eine Touristeninsel. Genau das macht ja auch ihren besonderen Reiz aus.